Die Sache mit dem Assibeutel

Geschrieben von am 8. September 2010 um 10:23

S. aus B. an der H. hatte ein ganz besonders schönes Exemplar der Gattung Assibeutel. Wo auch immer er hinging, der Assibeutel war dabei. Also eigentlich war es gar kein Assibeutel, es war einer dieser Stoffbeutel die man bspw. als Messegeschenktragetasche bekommt, so ein olles Werbeding mit besonders langen Henkeln, so dass man es auch prima über die Schulter tragen kann. Den Namen Assibeutel bekam das Teil dann von J., denn J. mochte den Beutel nicht. Okay, der Beutel sah wirklich etwas ranzig aus, aber das störte S. keineswegs, war es doch sein Beutel. So sind Männer eben.

Warum ich das hier erwähne? Ganz einfach, fast hätte ich es ja sogar schon vergessen, aber ich habe auch einen. Okay, bis hierhin wäre das noch nicht wirklich erwähnenswert, jedoch ist mein Assibeutel eigentlich kein echter Assibeutel, sondern ein ganz persönlicher. Und geschenkt gab es ihn auch noch. Nun gilt es nur zu klären, warum ich nun einen ganz persönlichen Assibeutel geschenkt bekommen habe. Und das ist ganz einfach:

Vor etwas über einem Jahr habe ich mal für $BESTEEHEFRAUVONALLEN und mich T-Shirts machen lassen. Geocaching-T-Shirts, um genau zu sein. Dabei gab es dann vorn links das OC-Logo nebst Nickname und auf der Rückseite einen lustigen Spruch. Solche Shirts sind schnell gemacht: Einfach die Grafiken basteln, in einen gut ausgestatteten Copyshop gehen und Shirts bedrucken lassen. Online geht das auch gut, nur kann man da vorher die Shirts nicht anfassen um deren Qualität zu prüfen. Wer das Shirt sehen will: Hier im Bild links, mit dem blöden Gesicht, das bin ich von vorn und hier im Bild, der Typ mit der deutlich zu groß wirkenden Hose, das bin ich dann von hinten.

Aber lange Rede gar kein Sinn, die Shirts gefielen mir auf die Dauer nicht mehr. Das liegt Atens daran, das ich recht selten T-Shirts trage und Btens die Dinger eben nur bedruckt, also keine Arbeit für die Ewigkeit waren. Etwas neues sollte her. Poloshirts mit feinstem Stick. Also ging die Suche los und als größtes Hindernis ergab sich, das beim Besticken nicht einfach eine Grafik verwendet werden und aufgestickt werden kann, es muß für die Maschine ein Stickprogramm erstellt werden. Und das kostet schonmal extra. So richtig ließ sich da keine halbwegs kostengünstige Lösung finden, denn ich wollte schließlich nicht gleich 50 Poloshirts auf einmal ordern.

Tja, und dann kam ich auf dem Weg zur favorisierten Eisdiele an einem Laden vorbei, der mein Interesse weckte. Ich nix wie rein und nachgefragt – tatsächlich, hier schien mein Plan umsetzbar zu sein. Nun galt es nur noch die Grafiken vorzubereiten und per Mail an die Stickerei zu schicken, die machten das Programm fertig und ich konnte zur ersten Gütekontrolle. Boah! Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Zudem gab es die Vorschau mit etwas anderen Farben, nämlich weiß auf navy. Versuche, die ich mit dieser Farbkombination am Rechner probiert hatte, sahen irgendwie blöd aus, in Natur hingegen kam das dann ganz toll rüber. Aber egal, die ersten Exemplare sollten schwarz auf weiß werden. Und so sehen sie nun aus:

Bestickte Poloshirts Bestickte Poloshirts

Bleibt nur noch eines: Was haben diese Shirts mit dem Assibeutel zu tun?

Diese Frage ist schnell beantwortet: Im Angesicht meiner Begeisterung für die Farbkombination des Vorschausticks hat die Stickerei einen schwarzen Beutel genommen, das Logo dort draufgestickt und den Beutel dann als Geschenk oben draufgepackt. Schließlich musste ich die Shirts ja dann auch irgendwie nach Hause getragen bekommen. Und so habe ich jetzt meinen ganz eigenen und höchstpersönlichen Assibeutel! Zum Einkaufen kann man den allerdings wohl eher nicht nehmen, der macht nämlich nicht gerade den stabilsten Eindruck. Aber darum geht es ja auch nicht, hier überwiegt schließlich einzig und allein der »Haben«-Effekt!

Bestickter (Assi)beutel

Gekostet hat das Ganze dann übrigens pro Shirt 16.60 FRZ¹ (7.50 fürs Stickprogramm, 9.10 fürs Besticken selbst) zzgl. Preis fürs Shirt. Und da es die Shirts gerade im Angebot gab, kamen wir mit knapp 25 FRZ pro Poloshirt hin. Und beim nächsten Mal wird es dann ja noch entsprechend preisgünstiger, denn das Stickprogramm ist ja nun vorhanden und muß nicht mehr neu erstellt werden.

¹ FRZ: “Im deutschsprachigen Usenet ist des weiteren die Abkürzung »FRZ« (für »Fragezeichen«) anstelle von »EUR« gängig, da das Euro-Zeichen € in den dort üblichen Zeichensätzen US-ASCII und ISO-8859-1 nicht enthalten ist und ein Eurozeichen beim Leser deshalb oft als Fragezeichen erscheint — entweder weil der Absender seinen verwendeten Zeichensatz falsch deklariert hat oder weil der Empfänger damit nicht zurechtkommt.” [Quelle: faql.de]

6 Reaktionen zu “Die Sache mit dem Assibeutel”

  1. Max

    Die Stickereien sind natürlich deutlich schicker, aber mal ganz davon ab, wenn die ‘bedruckten’ Shirts nicht lange halten, das ist das aber auch eher minderwertige Arbeit bzw. Qualität.

    Habe einige Textilien die im Flexodruck bedruckt oder beflockt sind und die schon mehrere Jahre auch bei intensiver Nutzung halten.
    Da ich sowas auch selbst schon in größeren Mengen herstellen durfte, weiß ich natürlich, dass viel von den verwendeten Folien und natürlich auch von der Qualität der Farben abhängt.

  2. Schrottie

    Halten tut der Druck schon, nur sieht das mit der zeit nicht mehr so toll aus. Flockdruck hat hier sicher die Nase vorn, schon weil da ja keine transparenten Flächen mitgedruckt werden, aber kostet auch mehr. Und da kann man gleich sticken lassen. :-)

  3. Max

    Was verstehst Du denn drunter, dass es nicht mehr so gut aussieht. Entweder bröckelt/knittert die Folie oder die Farben bleichen aus, oder gibts noch was, an was ich jetzt nur nicht denke?

    Bei Flexdruck (da oben hab ich n O zuviel) sollte aber an den ‘transparenten’ Flächen auch keine Folie sein, das ist eigentlich nur bei den billigen bedruckbaren Bügelfolien so, dass da was überbleibt.
    Denn wie beim Flock wird auch bei Flexdruck das Aufzubügelnde ausgeschnitten ohne Transparenzen.

  4. Schrottie

    Das wird schon Bügelfolie gewesen sein, und da sieht man halt irgendwann den Unterschied zwischen überbügelter Fläche und Rest. Sehr unschön das. Flexdruck habe ich bspw. auch, da allerdings nur ein einfarbiger Druck der schon ewig hält und gefühlte tausend Wäschen hinter sich hat. Das hält schon, sähe aber eben bei diesem Motiv auch nicht so gut aus wie Stick und macht sich auf dem etwas rauheren Poloshirtstoff auch nicht ganz so gut.

  5. Marion

    Wow.. ein eigener Assibeutel, soweit muss man es erst mal bringen ;-)

  6. CaLLiBRi

    An der Stelle wollte ich nur mal erwähnen, dass ich selber auch einen wunderschönen beige bis gelblichen Assibeutel mit mir rumtrage :roll:
    Eigentlich voll peinlich das Dingen, aber ein Rucksack ist mir zu umständlich jedesmal… Nennt mal tolle Alternativen :razz:

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